Short-Form-Videos sind auch in der Unternehmenskommunikation längst kein Bonus mehr, sondern Pflicht. Jeder scrollt sie nonstop. Aber einfach nur Handy rausholen und filmen? Kann funktionieren, reicht jedoch in der Unternehmenskommunikation in vielen Fällen nicht. Wer will, dass Userinnen und User wirklich dranbleiben, braucht dann doch etwas mehr Know-how.
TikTok und Instagram Reels dominieren einfach alles. Wenn du auffallen möchtest, musst du Folgendes beachten.
Wir zeigen sieben Tipps, die wirklich wirken!
1. Verbale Hooks: Die ersten Sekunden zählen
Wenn die ersten Sekunden nicht fesseln, wird weiter gescrollt.
Das ganze verläuft in etwa so: Du scrollst zum nächsten Video und bevor du den Screen loslassen kannst, beginnt die nächste Stimme zu sprechen. Oft ist das Ziel, dass der Zuschauer sich angesprochen fühlt.
Hooks wie:
Wusstest du, dass…?
Ich hätte nie gedacht, dass XY…
3 Dinge, die du…
Dieser Trick spart dir jeden Tag Zeit
Wenn du DAS tust, wirst du…
…brauchen die meisten Content Creators täglich, ohne dass die Konsumierenden das bewusst wahrnehmen. Und trotzdem zappeln sie schon am Haken und kommen nicht mehr vom Video los.
Hier findest du ein Beispiel für eine verbale Hook.
2. Visuelle Hooks: Visuelle Qualität ist halbe Miete
Auch wenn der Inhalt zählt und verbale Hooks oft der eigentliche Einstieg sind, funktionieren sie nur dann, wenn der Zuschauer überhaupt lange genug dran bleibt, um sie zu hören. Genau hier kommen visuelle Hooks ins Spiel.
Bevor der erste Satz ankommt, bewertet das Gehirn unbewusst das Bild:
Ist das interessant? Könnte sich das lohnen?
Wenn das Visual klar, überraschend und aufmerksamkeitsstark ist, bleibt der Daumen einen Moment länger stehen und erst dadurch bekommt der verbale Hook seine Chance!
Gute Creator nutzen Reize nicht, um den Inhalt zu ersetzen, sondern um ihn zugänglich zumachen. Oft merken Zuschauer gar nicht warum sie hängen bleiben, sie tun es einfach. Und genau dieser Moment verschafft den verbalen Hooks Raum, ihre Wirkung zu entfalten.
Schau dir ein Beispiel für eine visuelle Hook an.
3. Hochformat ist Pflicht
Das ist natürlich kein Gesetz, aber trifft den Nagel (meistens) auf den Kopf. Fast alle schauen auf dem Handy. Das heisst: Vertikal ist Standard. Wenn du dein Video im Querformat machst, wirkt es auf TikTok oder Reels schnell verloren. Schwarze Balken, zu kleine Motive gleich weniger Fokus. Hochformat dagegen nutzt den ganzen Screen, zieht den Blick rein und fühlt sich natürlicher an.
Auf TikTok gibt es jedoch auch eine Funktion, mit der du ein Querformat Video im Vollbildmodus abspielen kannst. Verwendet wird dies realtiv selten; das Ziel ist, einen kurzen «Kino-Effekt» auszulösen (z.B. eine hochwertige Unterwasseraufnahme von Meerestieren). Das kann bei Zuschauern auch sehr gut ankommen.
Mehr dazu kannst du in Janek Huschkes Blogbeitrag
Von hoch bis quer: Videoformate auf Social Media lesen.
4. Trends schlau nutzen
Trends sind das Salz in der Suppe von Short-Form-Videos. Sie können dafür sorgen, dass ein Video viral geht oder deutlich mehr Reichweite bekommt. Das Faszinierende an Trends ist, dass sie oft aus den unerwartetsten Ecken kommen. Ein simpler Sound, ein kurzer Clip oder eine kleine Challenge kann plötzlich Millionen Menschen erreichen.
Trends sind wie Wellen im Meer: Sie kommen schnell und verschwinden genauso schnell wieder. Wer auf einer Welle surft, kann Aufmerksamkeit enorm steigern. Wer den falschen Moment erwischt, wird von der Welle überrollt und geht unter. Deswegen gilt hier der Grundsatz: Trends rechtzeitig aufgreifen, oder lieber die Finger davon lassen.
Hier findest du ein Beispiel für einen (von Vielen) Trends 😉
5. Untertitel & Sound: Zwei Gamechanger
Viele Userinnen und User schauen Videos ohne Ton. Deswegen sind Untertitel ein massives Plus. Ebenso wie die Musik: Sie ist das A & O für Stimmung, Tempo und Emotion.
Der richtige Sound kann ein Video lebendig machen. Ein Beat kann Spannung aufbauen, eine Melodie Gefühle wecken, ein Soundeffekt Humor verstärken.
Hier ein Beispiel, wie stark Musik die Stimmung eines Videos beeinflusst.
6. Visuelle Signaturen: Dein Stil, dein Wiedererkennungswert
Hunderte TikToks und Reels sehen wir jeden Tag. Trotzdem gibt es Creators, deren Clips man sofort erkennt, sogar noch bevor man einen Namen sieht. Das liegt an sogenannten visuellen Signaturen. Das sind die kleinen, sich wiederholenden Designelemente, die wie ein Fingerabdruck wirken.
Warum das wichtig ist:
Gescrollt wird mit Autopilot auf Höchstgeschwindigkeit. Wenn dein Video schon nach einem halben Blick vertraut wirkt oder ankommt, bleibst du länger im Kopf und baust somit Stück für Stück deine eigene Markenidentität auf.
Tipp: Starte klein, du musst kein Branding-Profi sein. Fang mit einer bestimmten Farbe, einer bestimmten Schrift oder einem kleinen visuellen Detail an. Nach ein paar Wochen merkt dein Publikum oft automatisch: «Das ist typisch du.»
7. Kontrast ist King
Kontrast ist einer der einfachsten und gleichzeitig effektivsten Tricks, um aufzufallen. Helle Szenen neben dunklen, schnelle Schnitte nach ruhigen oder ernsthaften Inhalten, die von einem humorvollen Twist unterbrochen werden. All das hält die Aufmerksamkeit und macht Videos spannender. Unser Gehirn reagiert nämlich automatisch auf Unterschiede, und genau das kannst du nutzen.
Fazit
Wenn du verlässlich Aufmerksamkeit erzeugen willst, genügt es nicht, schnell das Handy auszupacken und zu filmen. Mit starken Hooks, dem richtigen Format, schlauer Trendeinsatz, Untertiteln & Sound, visuellen Signaturen und klarem Kontrast bleibt dein Content im Kopf und sorgt dafür, dass Zuschauer dranbleiben. Kurz gesagt: Plane, gestalte und nutze jede Sekunde, um zu fesseln. Dort entsteht Vertrauen, dort wachsen Beziehungen, dort werden Entscheidungen bewusst getroffen.