Webdesign: Zwischen mutigem Look & smarter KI – was bleibt, was kommt?


Wie mutige Gestaltung, neue Tools und KI das Webdesign verändern. Und was für Unternehmen jetzt wirklich zählt.

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Trends im Webdesign: Zwischen Charakter und Klarheit


Das Webdesign erlebt eine spannende Entwicklung, visuell wie technologisch. Auf der einen Seite gewinnen mutige Formen, starke Farben und emotionale Gestaltung an Bedeutung. Auf der anderen Seite zeigt sich, wie Künstliche Intelligenz Prozesse beschleunigen, Inhalte generieren und Personalisierung ermöglichen kann. Doch was heisst das für Unternehmen, die mit ihrer Website überzeugen wollen? Und für uns als Agentur, die genau solche Lösungen entwickelt?

Wir beleuchten die wichtigsten visuellen Trends, zeigen den realistischen Einsatz von KI im Webdesign, und werfen einen vorsichtigen, aber optimistischen Blick in die nahe Zukunft.

1. Die grossen Designströmungen

Das verabschiedet sich zunehmend vom allzu Perfekten. Statt glatter Oberflächen und austauschbarer Komponenten sehen wir wieder mehr Persönlichkeit. Die visuelle Sprache wird mutiger, organischer, sogar unperfekt, aber genau dadurch emotionaler und glaubwürdiger.

Farben spielen eine zentrale Rolle: Kräftige Töne, lebendige Gradients und bewusst gesetzte Kontraste prägen viele neue Websites. Die Typografie wird wieder lauter, mit grossen Headlines, verspielten Schriften und animierten Texten, die sich bewusst ins Zentrum rücken. Auch der Trend zu handgezeichneten Illustrationen, Skizzen oder Collagen bringt eine neue Nahbarkeit ins digitale Erlebnis.

Gleichzeitig entdecken viele Designer die Schönheit asymmetrischer Layouts und organischer Formen. Der klassische Grid verliert etwas an Dominanz, zugunsten eines freieren, natürlicheren Seitenaufbaus. Kombiniert mit dezenten Microinteractions oder gezielten Scrollanimationen entstehen so Nutzererlebnisse, die sich klar vom Standard abheben.

All das ist Ausdruck eines grösseren Trends: Webdesign will wieder Charakter zeigen.

webdesign trends 2025 laute typografie

2. KI als Werkzeug im Designprozess

Künstliche Intelligenz ist im Webdesign angekommen, aber nicht als Ersatz für Gestalterinnen und Gestalter, sondern als Werkzeug, das kreative Prozesse unterstützt und beschleunigt. Texte lassen sich über Tools wie ChatGPT effizienter entwickeln, etwa für erste Entwürfe, Headlines oder Microcopy. Auch bei der Bildproduktion hilft KI, wenn kein Shooting-Material vorliegt oder eine Illustration schnell gebraucht wird. Tools wie Sora, DALL·E oder Midjourney erzeugen ansprechende Bilder auf Knopfdruck, oft zumindest als gute visuelle Basis.

Spannend ist auch der Einsatz im Prototyping: Erste Layoutvorschläge, Farbkombinationen oder Komponenten lassen sich automatisiert generieren. Beinahe alle Webdesign-Tools wie Figma integrieren zunehmend KI-Funktionen. Moodboards, Designsysteme oder Navigationsideen entstehen so nicht mehr komplett von Hand, sondern im Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine. Aber: Die kreative Regie bleibt beim Menschen. KI denkt nicht strategisch, versteht keine Markenidentität und erkennt keine emotionalen Zwischentöne. Sie ist ein Werkzeug, kein Ersatz.

3. Welche Technologien beobachten wir?

KI verändert gerade viele kreative Prozesse. Auch im Webdesign werden Begriffe wie «Generative UIs» oder «Conversational Interfaces» immer häufiger benutzt. Und ja: Wir beobachten diese Entwicklungen sehr genau, nicht aus Neugier, sondern weil sie unser Berufsfeld verändern werden.

webdesign trends 2025 generative uis

Generative UIs, also automatisch erzeugte oder adaptierte Designoberflächen, versprechen in Zukunft ein Web, das sich dynamisch an Content und Zielgruppen anpasst. Erste Tools experimentieren mit dialogbasierten Interfaces, die etwa Inhalte kontextuell personalisieren: Zalando zeigt beispielsweise Produktempfehlungen basierend auf natürlichsprachlichen Eingaben («Zeig mir nachhaltige Outdoorjacken unter 150 Franken»). Auch im B2B-Bereich entstehen erste Lösungen, bei denen zum Beispiel Landingpages Inhalte nach Branche oder Unternehmensgrösse automatisch gewichten.

Das ist spannend und in Teilen sogar schon testbar. Doch komplexere Layouts oder visuelle Kompositionen brauchen (noch) viel Korrektur und Einschätzung durch Menschen mit Gestaltungskompetenz. Auch sprachgesteuerte Interfaces, etwa per KI-Agent oder multimodaler Suche, eröffnen neue Wege der Interaktion. In der Praxis funktionieren aktuell vor allem Chatbots oder intelligente Hilfefunktionen. Alles darüber hinaus wirkt oft noch wenig steuerbar, und viele Unternehmen möchten Inhalte weiterhin klar führen und vermitteln.

Unsere Haltung: Wir testen, was funktioniert und empfehlen nur, was wir auch verantworten können. Nicht alles, was technologisch möglich ist, passt zur Markenkommunikation unserer Kundinnen und Kunden. Aber KI als Co-Pilot im Designprozess? Die Richtung stimmt, deswegen gehen wir sie mit.

4. Worauf wir künftig achten sollten

Wenn wir einen Trend mitnehmen, dann diesen: Webdesign wird emotionaler und gleichzeitig effizienter.

Es reicht nicht mehr, nur «schön» zu gestalten. Seiten müssen berühren, Vertrauen aufbauen und Nutzende intuitiv führen. Gute Typografie, smarte Animationen und visuelles Storytelling sind dabei genauso entscheidend wie Ladegeschwindigkeit, Barrierefreiheit und mobile Optimierung.

KI wird uns dabei helfen, als Assistentin im Hintergrund, die repetitive Aufgaben übernimmt, Inhalte schneller bereitstellt und Varianten vorschlägt. Aber echte Differenzierung entsteht nicht automatisch. Sie braucht ein gutes Verständnis für Marken, Zielgruppen und digitale Kommunikation.

Und genau das bleibt unsere Aufgabe als Agentur.

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