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«UM GEFUNDEN ZU WERDEN, BRAUCHE ICH EINEN NAMEN, EINE ADRESSE UND EINE TELEFONNUMMER.»

05.07.2020

Local SEO – Grundlagen und Perspektiven

«UM GEFUNDEN ZU WERDEN, BRAUCHE ICH EINEN NAMEN, EINE ADRESSE UND EINE TELEFONNUMMER.»

Ob klassisch via Suchmaschine, mit einer Frage an Siri oder über eines der vielen Online-Verzeichnisse: In der aktuellen Folge unseres Podcasts besprechen Daniela Kleck, Michel Gysin und Daniel Henrich die wichtigsten Voraussetzungen, um bei lokalen Suchanfragen gefunden zu werden.

Die Zahl der lokalen Suchanfragen im Internet steigt seit Jahren kontinuierlich an. Was könnt ihr tun, um von potenziellen Kund*innen gefunden zu werden und die Daten über euer Unternehmen auf allen Plattformen jederzeit aktuell zu halten? Wie lassen sich Quick-Wins erzielen? Und welchen Einfluss hat das neueste Core-Update von Google auf eure Sichtbarkeit? Einige zentrale Passagen aus unserem Gespräch zum Thema Local SEO findet ihr hier in stark komprimierter Form. Für mehr Hintergründe, Analysen und Tipps empfehlen wir euch den Podcast in voller Länge, einschliesslich der konkreten Vorschläge, wie ihr passenden und erfolgreichen Content für euren Auftritt generiert:

Müssen wir uns im Zusammenhang mit Local SEO von der Vorstellung lösen, dass «Suche» bedeutet, dass ein paar Wörter in das Suchfeld von Google eingegeben werden?

Daniela Kleck: Ein Unterschied ist, dass wir heute nicht mehr so viel tippen. 60% aller Suchen werden heute gesprochen. Dabei werden natürlich auch andere Begriffe verwendet – statt «Hotel Basel» suchen wir detaillierter, etwa nach «Hotel in Basel mit Wellness».

Michel Gysin: Die Möglichkeiten für die Suche sind sicher grösser geworden. Selbst die Spracheingabe kann auf verschiedenen Wegen erfolgen, hinzu kommen die unterschiedlichen Apps, die für die lokale Suche eine Rolle spielen. Trotzdem steht Google weiterhin ganz oben auf der Liste.

Mal grundsätzlich gefragt: Für wen ist Local SEO wichtig?

Michel Gysin: Für jedes Unternehmen, das standortbezogene Dienstleistungen anbietet.

Daniela Kleck: Eigentlich kommt niemand mehr daran vorbei. Selbst für Unternehmen, die an ihrem Sitz kaum Kundenkontakt haben, ist die lokale Präsenz ein Branding-Faktor.

Michel Gysin: Dabei sollten wir einen grossen Trend im Auge behalten, der sich durch die Corona-Situation nur noch verstärkt hat: Man kauft mehr lokale Produkte bei lokalen Anbietern. Entsprechend werden auch die Suchanfragen in diesem Bereich weiter zunehmen.

Wie erziele ich als Unternehmen die schnellsten Erfolge?

Daniela Kleck: Es fängt mit den Basics an: Um gefunden zu werden, brauche ich einen Namen, eine Adresse und eine Telefonnummer. Diese Daten müssen überall einheitlich gepflegt sein – bei Facebook, bei Google My Business, in Verzeichnissen, auf Bewertungsportalen.

Daniel Henrich: Das klingt selbstverständlich, aber gerade beim Namen ist es das eben nicht: Viele Unternehmen verwenden auf einer Plattform einen zusätzlichen Claim, auf der anderen lassen sie ihn weg. Damit wird für Suchmaschinen die Zuordnung im sogenannten Knowledge Graph schwierig.

Daniela Kleck: Im nächsten Schritt gilt es, beispielsweise die Bewertungen auf den einzelnen Plattformen zu pflegen und überhaupt darauf hinzuarbeiten, dass man Bewertungen erhält, denn diese sind auch enorm wertvoll als Ranking-Faktor.

Michel Gysin: Auch das klassische On-Page-SEO darf man nicht vergessen – das fängt schon ganz simpel mit der Erwähnung der Ortschaft im Titel der Seite an.

Daniela Kleck: Nehmen wir die Frittenbude an der Ecke als Beispiel: Sie kann gerade mit einem gut gepflegten Google-My-Business-Eintrag viel bewirken, da dort viele unterschiedliche Angaben und Daten gesammelt und publiziert werden können.

Michel Gysin: Und sie muss eben auch gute Pommes machen. Denn dann bekommt sie gute Bewertungen, im Idealfall machen Gäste Fotos und laden sie auf Social Media und taggen die Frittenbude – all diese Faktoren spielen eine enorme Rolle.

Ihr habt bereits erwähnt, dass es eben nicht nur Google My Business, sondern noch viele andere Plattformen gibt. Wie halte ich alle unter Kontrolle?

Michel Gysin: Es gibt verschiedene Tools, die dabei helfen. Wir arbeiten mit Yext, aber es gibt noch zahlreiche andere Anbieter. Die Corona-Zeit hat uns noch einmal vor Augen geführt, was es bedeutet, wenn man sehr schnell zum Beispiel überall die Öffnungszeiten anpassen oder zusätzliche Infos kommunizieren muss.

Daniela Kleck: Es gibt Studien, die besagen, dass im Schnitt 80 Änderungen im Jahr notwendig sind. Wenn man mehrere Standorte hat, bedeutet das einen enormen Aufwand.

Daniel Henrich: Davon profitiert man ja auch: Je öfter man Änderungen auf den verschiedenen Portalen vornimmt, desto besser rankt man – weil man als aktuell eingestuft wird.

Ihr habt Corona angesprochen – was wird die Situation denn mittel- bis langfristig im Hinblick auf «suchen und gefunden werden» verändern?

Michel Gysin: Um das zu beantworten, müssten wir wissen, ob wir in absehbarer Zeit wieder mehr oder weniger zu unserer alten Realität zurückkehren können, oder ob es wirklich bleibende, einschneidende Veränderungen in unserem Leben geben wird.

Daniela Kleck: In der nächsten Zeit erwarten wir, dass die Menschen für ihre Ferien weniger Fernreisen planen und sich eher lokal umsehen werden. Alleine deswegen sollten sich betroffene Unternehmen Gedanken machen, ob sie bei lokalen Suchanfragen gut gefunden werden. Doch dabei handelt es sich um eine kurzfristige Änderung in einer bestimmten Branche. Um die langfristigen Auswirkungen zu beurteilen, müssen wir, wie Michel sagt, die weiteren Entwicklungen abwarten.

Im Mai gab es ein Core-Update von Google. Was ändert sich damit?

Michel Gysin: Es war oft zu lesen, dass Backlinks wieder wichtiger werden. Dazu muss man sagen: In den letzten Jahren wurde immer behauptet, dass sie an Bedeutung verloren hätten. Aber Tatsache ist: Backlinks waren ursprünglich die entscheidende Grundlage für das Ranking bei Google und sind immer wesentlich geblieben. Wir sehen an so vielen Beispielen, dass gerade für neue Seiten Backlinks von Plattformen mit einem hohen Trust-Faktor einen massiven Schub bedeuten. Das war schon immer der Fall, es ist heute noch so und daran wird sich auch so schnell nichts verändern.

Was bedeutet das für den Laden an der Ecke?

Michel Gysin: Es fängt mit den bereits angesprochenen Verzeichnissen an, die eben längst nicht jedes Unternehmen nutzt. Dabei wäre es so einfach, sich dort einmal einzutragen. Das offensichtlichste Beispiel ist der Backlink von Local, der 300 Franken im Jahr kostet, aber einen messbaren Unterschied macht.

Daniel Henrich: Man könnte sich auch mit regionalen Unternehmen zusammenschliessen, die ergänzende Dienstleistungen anbieten. Daraus ergeben sich ein hoher Trust-Faktor und entsprechend wertvolle Backlinks. Oder man versucht, einen Artikel in der Lokalzeitung zu bekommen, die von ihrer Website aus dann einen Backlink setzt. So gesehen hat Local SEO auch viel mit dem «Offline-Netzwerk» zu tun.

Daniela Kleck: Das haben wir schon in anderen Podcast-Folgen schon angesprochen: Was ich offline erfolgreich mache, kann ich versuchen, zu spiegeln und online umzusetzen.

Die ausführliche Version des Gesprächs findet ihr im vollständigen Podcast, den es übrigens auch auf Spotify zu hören gibt.